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Was sind Pfadfinder?

Jeden Tag eine gute Tat!” oder “Alten Omas über die Straße helfen”, das sind typische Sätze die den meisten Menschen einfallen, wenn sie das Wort Pfadfinder hören. Andere hingegen sind erstaunt und wussten gar nicht, dass es überhaupt noch Pfadfinder gibt.

28 Mio. Pfadfinderinnen und Pfadfinder weltweit und
250 Mio. Menschen, die schon einmal Mitglied bei den Pfadfindern waren, beweisen, dass die Pfadfinderbewegung zum einen auch heute immer noch die größte Jugendbewegung der Welt ist, und zum anderen jede Menge Spaß macht.

 

»  Die Geschichte der Pfadfinderbewegung

Um mehr über die Pfadfinderbewegung zu erfahren, sollte man vielleicht zuerst ihre Geschichte kennen:

Die Pfadfinderbewegung basiert auf dem Buch “Scouting for Boys von Robert Stephenson Smyth Baden-Powell (1857-1941).
Baden-Powell (kurz: BiPi) war ein ehemaliger Offizier der britischen Armee, der während der Belagerung der südafrikanischen Stadt Mafeking auf Grund des Mangels an Soldaten Jungen zu Botengängen und kleineren Aufgaben eingesetzt hatte, um die wenigen Soldaten für die Verteidigung der Stadt zu schonen.
Erstaunt über die Zuverlässigkeit der Jungen, schreibt er seine Erfahrungen 1899 in seinem ersten Buch “Aids for Scouting” nieder. Dieses gerät ihm aber zu militärisch und Baden-Powell ist schockiert über falsche Auslegungen seines Buches, wonach Kinder zu jungen Militärs herangezogen werden (“scout”= ursprl. milit. Begriff für Kundschafter/ Späher).
BiPi interessiert sich zunehmend für Erziehungsfragen und veröffentlicht 1908, nachdem er seine Ideen 1907 in einem ersten Pfadfinderlager mit 20 Jungen getestet hatte, “Scouting for Boys”. Auf der Basis dieses Buches bilden sich in Großbritannien rasch viele Jugendgruppen. Bei seinem Austritt aus der Armee 1910 gibt es bereits über 100.000 Pfadfinder in England und auf Grund von Übersetzungen auch schon die ersten Gruppen in anderen Ländern. Durch Drängen seiner Schwester werden die Girl Guides gegründet und somit auch Mädchen in die Pfadfinderbewegung aufgenommen.
Beim ersten Jamboree (Lager für alle Pfadfinder der Welt) 1920 in Olympia/London werden BiPi und seine Frau Olave, die er 1912 geheiratet hat, zu World Chief Scout und World Chief Guide ernannt.

In Deutschland entstehen die ersten Pfadfindergruppen nach der Übersetzung des “Pfadfinderbuches” durch Dr. Alexander Lion 1909. Durch ihn wird auch der Namen “Pfadfinder” geprägt. 1911 wird der Deutsche Pfadfinderbund (DPB) gegründet und 1921 die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CP).

Während der Zeit des 3. Reiches und des NS-Regimes werden im Rahmen der Gleichschaltung die Pfadfinderbünde aufgelöst, eingegliedert oder verboten; dennoch bestehen einige Gruppen illegal weiter.

Anfang 1973 schließen sich sich die christlichen Pfadfinderinnen- und Pfadinderbünde CP, EMP und BCP zum Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) zusammen.

 

» Die Zielsetzung (des VCP)

Die Pfadfinderbewegung ist im eigentlichen Sinn eine Erziehungsbewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat

· Dem Einzelnen (Der Einzelne heißt auch die Einzelne!)   eine persönliche Beziehung zu Gott zu ermöglichen (= ein   Christentum für den täglichen Gebrauch!);
· Die Fähigkeiten und Veranlagungen des Einzelnen optimal   zu entwickeln;
· Dem Einzelnen ein verantwortungsbewusstes Handeln zu   lehren;
· Ihn zu einem selbstständigen, kritischen und politisch   denkenden und handelnden Menschen zu erziehen;
· In ihm ein Selbst- und Gruppenbewusstsein auszubilden;
· Ihm eine friedliche Lebenseinstellung nahe zu bringen und ihn dazu zu   erziehen sich für den Frieden aktiv einzusetzen.
· Mädchen und Jungen gleichberechtigt zu erziehen und durch diese   Koedukation sie zu einem verantwortlichen Umgang miteinander zu bringen.

 

» Die Pfadfinderische Methode

Die Zielsetzung unterscheidet die Pfadfinder noch nicht viel von anderen Jugendbewegungen, aber wie immer macht es der kleine Unterschied: Die Methodik

»Das Sippensystem:
Dies ist der wesentliche Punkt der Pfadfinderischen Methode.
Durch kleine Gruppen (=Sippen) wird verstärkt auf den Einzelnen geachtet und so seine Eigenarten und Fähigkeiten berücksichtigt und gefördert. Im Zusammenspiel mit anderen werden Partnerschaft und soziale Verhaltensweisen erlernt.

»Regeln und Versprechen:
Sie verdeutlichen die Grundlagen, denen wir uns als christliche Pfadfinder verpflichtet fühlen. Sie sollen vor allem Lebensorientierung geben, und beim Aufbau eines persönlichen Wertesystems helfen.

»Lernen durch Tun (learning by doing):
Die Jugendlichen lernen durch das Erlebte, also durch selbsttätige Auseinandersetzung mit der Materie. (Diesen Grundsatz, der in der heutigen Pädagogik immer wichtiger wird, kannten die Pfadfinder schon immer!)

»Das Spiel:
Die pfadfinderische Erziehung bedient sich des natürlichen Spieltriebs, um wichtige Inhalte der Persönlichkeitsentwicklung und des menschlichen Zusammenlebens einzuüben.

»Das Leben in der freien Natur:
Durch Fahrt und Lager in der Natur wird eine gleichmäßige Entwicklung von körperlichen und geistigen Fähigkeiten gefördert. In der Natur können praktische und handwerkliche Fähigkeiten eingeübt und erprobt werden. Außerdem werden auf Lager und Fahrt die Zusammenarbeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert und somit ein Sozialbewusstsein entwickelt.

»Die Übernahme von Verantwortung durch den Einzelnen:
Jeder Einzelne übernimmt selbstverantwortlich Aufgaben und ist gegenüber sich selbst und der Gruppe verantwortlich. So bilden sich demokratische Verhaltensweisen und Engagement aus.

»Die Förderung der Neugier im Menschen:
Aus dem Wort Pfadfinder geht bereits die Bedeutung “Entdecker” hervor. Die Pfadfinderische Methode unterstützt diese schöpferische Neugier und versucht mit den Jugendlichen Antworten zu finden.

» Das allerwichtigste jedoch ist der Spaß an der Freude!

» Die Stufenarbeit

Um besser auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Jugendlichen eingehen zu können, sind sie in verschiedene Altersstufen bzw. Entwicklungsstufen eingeteilt. Die Gruppen werden jeweils von einer oder mehreren Personen geleitet, das heißt diese Leiter dienen als Aufsicht und helfen bei den demokratisch von der Gruppe bestimmten Vorhaben.

»Wölflingstufe(8-10 Jahre):
Die erste Stufe, in der vor allem gesungen, gebastelt und gespielt wird. Hier sind alle Kinder noch in einer größeren Gruppe, der Meute.
Kennzeichen: Das rote Halstuch

»Jungpfadfinderstufe(11-13 Jahre):
Die nächste Stufe. Hier beginnt das Sippensystem.
Kennzeichen: Das blaue Halstuch

»Pfadfinderstufe(13-15 Jahre):
Ab dieser Stufe übernehmen die Einzelnen stärkere Verantwortung und Mitbestimmungsrechte in Stamm und Sippe.
Kennzeichen: Immer noch das blaue Halstuch

»Ranger-/Roverstufe(16+ Jahre):
R/R-Runden organisieren sich selbstständig. Ranger/Rover übernehmen Aufgaben in Sippen bzw. Meuten, Stamm und Region.
Kennzeichen: Beim Stamm St. Kilian das grüne Halstuch

 

Quellen: vcp-bayern.de, die Landesordung, Grundkurs 2002, eigene Quellen
 
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